Immobilienmarkt Nürnberg – Preise, Chancen und Trends 2024

von | 8. Feb 2024 | Neu

Steigende Einwohnerzahlen und ein hoher Bedarf nach Wohnraum – wenn man allein nach diesen beiden Faktoren geht, müsste der Immobilienmarkt in Nürnberg boomen. Doch aktuell herrscht eher Zurückhaltung vor. Das Weltgeschehen der letzten Jahre ist auch am Immobiliensektor nicht spurlos vorbeigezogen. Immense Kostensteigerungen und hohe Zinsen machen sich bei der Bautätigkeit und der Immobilienkauflaune deutlich bemerkbar. Doch trotz der dunkleren Wolken am Nürnberger Immobilienmarkt gibt es Lichtblicke: z.B. verbesserte Förderungen für Familien, sinkende Kaufpreise und seit kurzem auch langsam sinkende Bauzinsen. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Preise 2023 in Nürnberg entwickelt haben, welche Stadtteile besonders gefragt sind und wie es in 2024 am Immobilienmarkt weitergeht.

Immobilienpreise in Nürnberg 2023

Ein kurzer Rückblick: Niedrige Zinssätze für Finanzierungen und eine hohe Nachfrage nach Immobilien haben dafür gesorgt, dass die Immobilienpreise in Nürnberg Jahr für Jahr gestiegen sind. Unterbrochen wurde diese Entwicklung erst durch die Corona-Pandemie und darauffolgend durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Folge waren Lieferengpässe und teilweise Kostenexplosionen für Bau-, Energie- und Lebenserhaltungskosten. Um dieser Teuerung und der damit hohen Inflationsrate entgegen zu wirken, erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) seit Mitte 2022 die Leitzinsen. Die Folge: Finanzierungen, die in den letzten Jahren problemlos umsetzbar waren, erwiesen sich plötzlich als nicht mehr rentabel bzw. tragbar. Das hochpreisige Angebot (vor allem im Neubaubereich) blieb bestehen und die Nachfrage nach Immobilien sank seitdem spürbar ab – und das wirkt sich auch auf die Immobilienpreise in Nürnberg aus. Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Zahlen (Quelle: Immobilienscout24).

Eigentumswohnungen und Häuser

Bis Mitte/Ende 2022 kannte die Immobilienpreiskurve nur den Weg nach oben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen stieg im 3. Quartal 2022 auf bis zu 4.347 €. Ein Jahr später wurden Wohnungen im Schnitt für 3.891 €/m² (Q3/2023) verkauft. Es machte sich somit ein deutlicher Rückgang der Preise bemerkbar, der sich auch in Q4/2023 fortgesetzt hat. Hier ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf 3.861 €/m² weitergesunken .

Ein Beispiel: Für eine Wohnung mit ca. 95 m² Wohnfläche zahlten Immobilienkäufer im Herbst 2022 im Durchschnitt 412.965 €; ein Jahr später dann 369.645 €. Das macht eine Differenz von 43.320 €.

Das Preisniveau für Häuser ist von dieser Entwicklung ebenfalls betroffen, wenn auch weniger stark. Im zweiten Quartal 2023 stiegen die Quadratmeterpreise für Häuser sogar noch einmal an. Erst ab dem dritten Quartal 2023 sanken die Preise langsam von durchschnittlich 4.811 €/m² (Q2/2023) auf 4.636 €/m² bis hin zu 4.567 €/m² in Q4/2023. Damit liegt auch der Quadratmeterpreise für Häuser unter dem sehr hohen Anfangsniveau des letzten Jahres (4.993 €/m² in Q1/2022).

Ein Beispiel: Ein Haus mit ca. 130 m² Wohnfläche kostete Anfang 2022 noch durchschnittlich 649.090 €, im Herbst 2023 lag der Preis bei 602.680 €. Das macht einen Unterschied von 46.410 €.

In beiden Teilmärkten zeigt sich zum Ende des Jahres hin zwar ein weiterhin rückläufiges Kaufpreisniveau, das Ausmaß der Preissenkungen wird aber zunehmend schwächer. Auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt ist der Preisrückgang mit -0,77% in Q4/2023 deutlich geringer als in den vorherigen Quartalen (Q3: -1,1%, Q2: -2,4%). Der Häusermarkt zeigt mit -1,5% in Q4/2023 noch einen stärkeren Preisrückgang als der Wohnungsmarkt. Im Vergleich zu -3,6% in Q3 kann jedoch auch hier ein von einer Abschwächung der negativen Preisdynamik gesprochen werden.

Mietwohnungen

Während die Kaufpreise 2023 gesunken sind, zeigt sich bei den Mietpreisen eine andere Entwicklung. Sowohl für Häuser als auch für Wohnungen ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis in der Vermietung gestiegen. Bei Wohnungen von 10,48 €/ m² in Q1/2023 auf 10,67 €/m² in Q3/2023. Für Häuser zeigt sich sogar ein deutlich stärkerer Anstieg: Während der durchschnittliche Mietpreis im ersten Quartal noch bei 12,13 €/m² lag, zahlen Mieter jetzt im Schnitt 12,58 €/m². Das macht z.B. bei einer 85 m² großen Wohnung eine höhere Kaltmiete von knapp 40€ im Monat aus.

Wohnungskauf: Top 5 Stadtteile in Nürnberg

Während die oben genannten Zahlen die Durchschnittspreise im gesamten Stadtgebiet Nürnberg widerspiegeln, gibt es natürlich Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen. Wir zeigen Ihnen, in welchen Ecken Nürnbergs Häuser und Wohnungen besonders gefragt und damit auch teuer sind.

Stadtteil Quadratmeterpreis (Kauf)
St. Sebald (Altstadt)4.728 € / m²
St. Lorenz (Altstadt)4.608 € / m²
St. Johannis4.292 € / m²
Mögeldorf4.176 € / m²
Wöhrd4.188 € / m²
Datenquelle: atlas.immobilienscout24.de | Stand: Januar 2024

Die Altstadt, die sich direkt unterhalb der Burg im Herzen Nürnbergs erstreckt, führt die Liste an: Das nördliche St. Sebald mit seinen historischen Gassen und Altbaucharme sowie das südlicher gelegene St. Lorenz mit der Nürnberger Fußgängerzone und einem großen kulturellen Angebot sind die beiden teuersten Stadtteile auf dem Nürnberger Wohnungsmarkt. Der durchschnittliche Preis für eine Eigentumswohnung hier liegt derzeit bei 4.728 €/m² in St. Sebald und 4.608 €/m² in St. Lorenz.

An dritter Stelle steht der Stadtteil St. Johannis. In Laufnähe zu Altstadt und Pegnitz finden sich hier zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Cafés sowie gut erhaltene historische Altbauten. Eine Wohnung in diesem sehr beliebten Stadtteil kostet im Schnitt 4.292 €/m².

Die weiter östlich gelegenen Stadtteile Mögeldorf und Wöhrd schließen die Top 5 der Stadtteile mit den höchsten Kaufpreisen für Wohnungseigentum ab. Das direkt an die Innenstadt angrenzende Wöhrd zählt mit städtischem Flair und der Nähe zum Wöhrder See zu den beliebten Wohngegenden Nürnbergs. Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung liegt hier durchschnittlich bei 4.188 €/m².

Mögeldorf verfügt ebenfalls über eine gute Infrastruktur. In Kombination mit den hier gelegenen Grünflächen südlich des Wöhrder Sees und der Pegnitzauen bietet der Stadtteil eine hohe Lebensqualität. In Mögeldorf zahlt man derzeit für eine Eigentumswohnung im Schnitt 4.176 €/m².

Stadtteil Quadratmeterpreis (Miete)
St. Sebald (Altstadt)11,77 € / m²
St. Johannis11,71 € / m²
Mögeldorf11,53 € / m²
St. Jobst11,39 € / m²
Maxfeld11,33 € / m²
Datenquelle: atlas.immobilienscout24.de | Stand: Januar 2024

Hauskauf: Top 5 Stadtteile in Nürnberg

Doch nicht nur die Kaufpreise für Wohnungen, sondern auch für Häuser sind in Mögeldorf hoch. Hier liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein Haus bei 5.496 €. Überboten wird dies nur in St. Jobst. Mit einer guten Anbindung an die Innenstadt und der gleichzeitigen Nähe zur Natur bietet der Stadtteil die perfekte Mischung aus Vorort und Innenstadt. Das macht St. Jobst besonders für Familien beliebt. Durch den Bahnhof Nürnberg Ost eignet sich St. Jobst auch ganz hervorragend für Pendler, die so direkt an den Regionalverkehr angebunden sind. Hier zahlt man für ein Haus im Schnitt 5.592 €/m².

Stadtteil Quadratmeterpreis (Kauf)
St. Jobst5.592 € / m²
Mögeldorf5.496 € / m²
Schoppershof5.292 € / m²
Bielingplatz5.162 € / m²
St. Johannis5.052 € / m²
Datenquelle: atlas.immobilienscout24.de | Stand: Januar 2024

Das an St. Jobst angrenzende Schoppershof ist zwar nicht mehr direkt Teil der Innenstadt, doch durch das Einkaufszentrum Mercado sowie viele Restaurants und Geschäfte herrscht eine fast schon städtische Atmosphäre. Klassische Wohnsiedlungen bieten einen ruhigen Ausgleich zum bunten Treiben. Beim Hauskauf zahlt man hier durchschnittlich 5.292 €/m².

Platz 4 führt uns wieder in den Westen Nürnbergs: Dank vieler Restaurants und Ladengeschäfte bietet der Süden des Stadtteils Bielingplatz eine lebendige Atmosphäre, während man im Norden vor allem von Grün umgebene Reihenhäuser vorfindet. Ein Haus in dieser Gegend kostet im Schnitt 5.162 €/m².

St. Johannis zählt nicht nur für Wohnungen, sondern auch für Häuser zu den beliebtesten Wohngegenden. Für ein Haus in dem nördlich an die Altstadt angrenzenden Stadtteil zahlen Käufer durchschnittlich 5.052 €/m².

Immobilienmarkt Nürnberg: Prognose für 2024

Nach herausfordernden eineinhalb Jahren scheint sich der Markt langsam wieder zu stabilisieren. Die Preise sinken nur noch leicht bis gar nicht – und die Europäische Zentralbank verzichtete zum zweiten Mal in Folge auf die Erhöhung der Leitzinsen. Wirtschaftsexperten gehen sogar von einer Senkung des Leitzinses ab Mitte 2024 aus. Eine Entwicklung, die schon jetzt zu einem Rückgang der Bauzinsen geführt hat.


Erschwinglichere Bauzinsen würden auch die Nachfrage nach Wohnimmobilien wieder beflügeln. Eine Immobilienkategorie dürfte es dennoch schwer haben: sanierungsbedürftige (Reihen-)Häuser. Angesichts hoher Sanierungskosten und vieler (energetischer) Auflagen – auch im Hinblick auf das neue Heizungsgesetz – ist ein Verkauf in Zukunft nicht leicht. Vor zwei Jahren war ein unsaniertes 60er-Jahre Reihenhaus am Nürnberger Stadtrand noch für ca. 600.000 € verkaufbar, jetzt häufen sich die Angebote mit einer „4“ oder „3“ vorne beim Verkaufspreis. Den stärkeren Preisrückgang im Vergleich zu energieeffizienteren Häusern bestätigt auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Kauf?

Das ist gut möglich. Steigt die Nachfrage infolge niedrigerer Bauzinsen wieder, ist zu erwarten, dass die Immobilienkaufpreise erneut steigen. Aufgrund der Trägheit des Marktes rechnen Experten jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte mit einem flächendeckenden Anstieg der Immobilienpreise.

Grundstücksmarktbericht Nürnberg

Einen genaueren Überblick zu den Immobilienpreisen und -entwicklungen in Nürnberg liefert der jährliche Grundstücksmarktbericht der Stadt Nürnberg: Auf Grundlage aller registrierten Kaufverträge in Nürnberg ermittelt hierfür der Gutachterausschuss der Sta dt statistische Daten zur Preisentwicklung sowie der Anzahl der getätigten Immobilien- und Grundstücksverkäufe. Das sind einige der Erkenntnisse aus 2020-2022.

Grundstücksmarktbericht Nürnberg 2022

Mit dem gestiegenen Zinsniveau in 2022 hat sich auch der Immobilienmarkt verändert: Der Jahresumsatz ist zwar mit 2,8 Mio. EUR stabil geblieben, jedoch wurden mit insgesamt 4.182 Beurkundungen deutlich weniger Immobilien und Grundstücke verkauft als im Vorjahr (5.287). Den stärksten Einbruch gab es im Neubaubereich: Wurden 2021 noch 1.006 Neubauten verkauft, lag die Zahl in 2022 lediglich bei 388.

Auch die Preise haben sich mit der erschwerten Zinspolitik angepasst. Während in den vergangenen Jahren die Preiskurve stark nach oben ging, waren in 2022 nur leichte Preisanstiege zu verzeichnen – und das eher im 1. Halbjahr. Die Preise für unbebaute, baureife Grundstücke (für Neubau mit Ein- und Zweifamilienhäusern) sind im Jahresdurchschnitt um ca. 4% gestiegen. Bei Einfamilienhäusern gingen die Preise um +6% nach oben. Abhängig von Lage, Zustand und Ausstattung zahlten Käufer zwischen 410.000 EUR und 1.3 Mio. EUR. Auch die Preise von Reihen – und Doppelhäusern sind über das Jahr gesehen gestiegen (+9%). Im Durchschnitt kosteten diese Häuser 560.000 EUR (Neubau: 730.000 EUR).

Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich bei Neubau um +4 und bei Bestandsimmobilien um +5 Prozent erhöht. Jedoch ist zu erkennen, dass insbesondere die Preise für Bestandsimmobilien zum Ende des Jahres sanken. Insgesamt ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen leicht gesunken – vor allem, weil weniger hochpreisige Neubauten verkauft worden sind. Dieser Trend dürfte sich bei der anhaltenden Zinspolitik auch in 2023 weiter fortsetzen. Hinzukommen Unsicherheiten und Zurückhaltung vor dem Kauf vor dem Hintergrund des neuen Heizungsgesetzes.

Grundstücksmarktbericht Nürnberg 2021

2021 hat der Gutachterausschuss der Stadt Nürnberg insgesamt 5.261 Urkunden von Grundstücks-, Haus- und Wohnungsverkäufen ausgewertet. Das Ergebnis: Die Preise sind noch einmal deutlich nach oben gegangen. Bei den Eigentumswohnungen (Neubau und Bestand ab 1946) stiegen die Preise um 12%. Abhängig von Wohnlage, Zustand und Ausstattung lag der Quadratmeterpreis bei Bestandsimmobilien zwischen 1.500 und 6.500 EUR.

Im Neubaubereich wurden zwischen 4.400 EUR und 7.900 EUR aufgerufen. Bei einem großen Teil der Neubauwohnungen (395 von 1.001) handelte es sich um 1-Zimmer-Apartments. Der Gutachterausschuss spricht vom höchsten Wert „seit mindestens zwei Jahrzehnten“.

Im begehrten Häusermarkt gab es ebenfalls Preissteigerungen: Bei freistehenden Häusern um 16%, bei Reihen- und Doppelhäusern um 12%. In sehr guten Lagen mussten Käufer für ein Reihen- oder Doppelhaus durchschnittlich 670.000 EUR zahlen, für ein freistehendes Haus durchschnittlich 1,5 Mio. EUR.

Unbebaute Grundstücke für die Neubebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern wurden um 16% im Vergleich zum Vorjahr teurer.

Graphik zum Grundstücksmarktbericht in Nürnberg

Grundstücksmarktbericht Nürnberg 2020

 „Auch im Jahr 2020 sind die Immobilienpreise in Nürnberg in fast allen Teilmärkten deutlich gestiegen. Die Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen mit bis zweigeschossiger Bauweise erreichten mit plus 25% in zwei Jahren den größten Zuwachs“ – so das Fazit von Frank Seidler, dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses der Stadt Nürnberg. Damit bestätigt er die anhaltende Tendenz nach oben.

Das geht aus den 4.722 Kaufverträgen von Grundstücken, Häusern und Wohnungen hervor, die 2020 (4.984 in 2019, 4.898 in 2018) ausgewertet worden sind. In Nürnberg sind es vor allem Wohnungen, die verkauft werden. Hier stiegen die Preise laut Gutachterausschuss um 7% beim Neubau und um 11% bei Bestandsimmobilien. Dieses Segment macht auch den großen Teil der Verkäufe aus. Bei den Doppel- und Reihenhäusern seien die Preise um 9% gestiegen, bei freistehenden Häusern um 11%.

Abhängig von Lage, Größe und Ausstattung lagen die Kaufpreise für Reihen- und Doppelhäuser (Bestand) zwischen 360.000 EUR und 750.000 EUR, bei Einfamilienhäusern lag die Preisspanne zwischen 450.000 EUR und 1,5 Mio. EUR – so der Gutachterausschuss. Für alle, die selbst bauen wollten: Auch die Preise für baureife Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen um 12% im Vergleich zum Vorjahr.

Immobilienverkauf (un)möglich? Das sollten Eigentümer jetzt beachten

Es gibt sie noch – die potenziellen Käufer am Markt. Jedoch nicht mehr die ganz große Masse wie vor zwei Jahren. Daher haben die aktuell noch vorhandenen Käufer mehr Auswahl und weniger Entscheidungsdruck. Die Vermarktungszeiten haben sich dadurch verlängert und die Interessenten sind deutlich kritischer und damit auch schneller bei einem „nein“ zur Immobilie, wenn nicht alles passt. Der Markt hat sich vom Verkäufer- zum Käufermarkt gedreht.

Ist daher überhaupt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf? Ja, denn ein angespannter Markt bedeutet nicht, dass ein Verkauf unmöglich ist. Mit der richtigen Vorbereitung und einer realistischen Sicht auf den Markt ist das auch weiterhin realisierbar. Diese 3 Punkte sind dabei entscheidend.

Preisübertreibungen adieu – auf den richtigen Verkaufspreis kommt es an

Vor dem großen Umschwung am Immobilienmarkt konnte man – etwas überzogen dargestellt – alles für jeden Preis verkaufen. Das funktioniert spätestens jetzt nicht mehr. Selbst wenn man sich am greifbar ermittelten Verkehrswert einer Immobilie orientiert, ist es oftmals schon nicht leicht, einen Käufer zu finden. Das gilt für Eigennutzer wie für Kapitalanleger. Bei Investoren waren die Renditeerwartungen während der Niedrigzinsphase relativ entspannt: Bei Neubau waren 2% – 2,5% normal, bei Bestandsimmobilien 3% – 3,5%. Mittlerweile ist die Renditeerwartung stark angestiegen und bewegt sich deutlich jenseits der 4%. Im Umkehrschluss sinken dadurch die erzielbaren Verkaufspreise bei Kapitalanlageimmobilien.

Natürlich verstehen wir, dass Sie beim Verkauf ungern Abstriche machen möchten. Aber derzeit lassen sich keine Immobilienpreise wie vor 3 Jahren erzielen. Daher gilt:

  • Steigen Sie nicht zu hoch ein: Das schreckt potenzielle Käufer ab und wenn Sie den Preis nach ein paar Monaten ändern, öffnet das die Türen für weitere Preisverhandlungen. Käufer beobachten nämlich den Markt genau.
  • Starten Sie nicht zu niedrig: Das ist zu Ihrem Nachteil und kann ebenfalls abschreckend auf Interessenten wirken, da sie automatisch von einem Haken ausgehen.

Um den Verkaufspreis richtig einzuschätzen, haben Sie 3 Optionen:
Entweder Sie versuchen es auf eigene Faust und orientieren sich beim Preis an vergleichbaren Immobilien am Markt, Sie nutzen eines der vielen Online-Bewertungstools oder sie lassen einen Experten (z.B. Makler, Gutachter) eine Wertermittlung erstellen. Das Gute daran ist: Eine Einschätzung vom Immobilienprofi ist in der Regel kostenfrei und verpflichtet nicht zur Beauftragung des Maklers. Eine Kontaktaufnahme kann also nicht schaden. Im Gegenteil: Es gibt Ihnen mehr Sicherheit beim Preis – und Sie können auch danach noch entscheiden, ob Sie mit oder ohne Makler verkaufen wollen.

Gut zu wissen
Eine Analyse von Immowelt zeigt, dass z.B. eine offene Küche, ein Balkon bzw. eine Terrasse und eine separate Gäste-Toilette gefragt sind – und damit höhere Preise erzielt werden können. Auch besondere Wohnformen wie Lofts oder Penthäuser sind angesagt und liegen preislich höher als andere Wohnungen.

Kein 08/15 mehr – eine ansprechende Vermarktung ist gefragt

Wie Sie oder Ihr Makler die Immobilie präsentieren, ist ein weiterer wichtiger Baustein eines erfolgreichen Verkaufs. Denn gerade, wenn das Angebot hoch und die Nachfrage geringer ist, sollte Ihr Angebot positiv in den Immobilienportalen herausstechen.

  • Gute Immobilienfotos sind ein Muss.
  • Beschreiben Sie in den Anzeigen die Immobilie (Ausstattung, Besonderheiten, Grundriss etc.), Lage und Infrastruktur genau.
  • Mehr hilft mehr: Ihr Immobilienangebot sollte in möglichst vielen Immobilienportalen (u.a. Immowelt, Immobilienscout24, kleinanzeigen) auftauchen; auch Zeitungsanzeigen oder ein Schild an der Immobilie sind eine Option. Wie oft kommen Käufer oder Tippgeber aus der eigenen Nachbarschaft?

Gehen Sie bei der Erstellung der Anzeige oder des Exposés am besten von sich aus: Was würde Sie an einer Immobilie interessieren? Was wäre Ihnen in einer Anzeige besonders wichtig? Sehen Sie sich ruhig auch andere Immobilienangebote an, um ein Gefühl für Fotos und Informationen zu bekommen.

Gute Vorbereitung ist alles – und Flexibilität bei (Preis-)Verhandlungen

Viele Kaufinteressenten können sich aufgrund hoher Zinsen und verschärfter Kreditrichtlinien momentan nur schwer Wohneigentum leisten. Darauf haben Sie als Verkäufer natürlich keinen Einfluss, aber Sie sollten sich dessen bewusst sein. Der Verkauf kann dadurch sehr viel länger dauern oder aufgrund einer abgelehnten Finanzierung auch auf der Zielgeraden fehlschlagen.

  • Haben Sie daher Geduld.
  • Seien Sie flexibel, wenn es um (Preis-)Verhandlungen geht. Wenn Sie das Gefühl haben, den richtigen Käufer gefunden zu haben, können Sie ihm ruhig in einem für Sie sinnvollen Rahmen preislich entgegenkommen.
  • Bereiten Sie für die Bank notwendige Unterlagen vor, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Dazu gehört u.a. eine Baubeschreibung, ein bemaßter Grundriss, eine Wohnflächenberechnung, der Energieausweis und bei Eigentumswohnungen z.B. die Teilungserklärung.


Auch wenn es weniger Immobiliendarlehen gibt, sind die Bearbeitungszeiten bei den Banken gefühlt deutlich länger geworden. Wo man früher nach 2-3 Wochen schon eine Rückmeldung hatte, wartet man jetzt zum Teil schon 6-8 Wochen. Und es werden auch mehr Unterlagen eingefordert und tatsächliche Bankbesichtigungen in der Immobilie durchgeführt. Alles nicht verkehrt, da es der Sicherheit dient, aber es verzögert den Ablauf merklich.

Wie lange dauert es aktuell, eine Immobilie zu verkaufen?

Das kommt drauf an. Die Dauer des Verkaufs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie ist die Lage der Immobilie? Um welche Art der Immobilie handelt es sich (z.B. Einfamilienhaus, Reihenhaus, Studentenapartment, 4-Zimmer-Wohnung) – und ist die gerade gefragt? In welchem Zustand ist die Immobilie? Wie ist sie ausgestattet?

Im Schnitt sollten Sie für den Verkauf einer Immobilie 3 – 9 Monate einplanen. Doch umso schwieriger die Marktlage, umso länger kann der Verkauf dauern.

Mit oder ohne Makler – was ist momentan besser?

Das liegt nach wie vor ganz bei Ihnen. Fragen Sie sich einfach: Bin ich bereit meine Zeit (und vor allem meine Nerven) in den Verkauf zu investieren? Oder greife ich bei Preisfindung, Vermarktung und Verhandlungen auf die Expertise eines Maklers zurück? Schnell kann der Aufwand, der hinter einem Privatverkauf steckt, zu viel werden. Und spätestens, wenn am Wochenende mehrfach das Telefon klingelt, Sie bei Besichtigungen versetzt werden oder wichtige Unterlagen für den Verkauf fehlen, wird es nervenaufreibend.

In unserer Infografik sehen Sie, welche To-do’s mit dem Verkauf einhergehen und welcher Aufwand im Schnitt dahinter steckt. Doch wie heißt es so schön: Unverhofft kommt oft. Wasserschaden in der leeren Wohnung? Fehlende Bauakten? Fragwürdige Eintragungen im Grundbuch? Das sind nur einige Beispiele aus unserem Arbeitsalltag. Als Immobilienprofi federn wir das für Sie ab.

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Immobilienkauf – neue Bedingungen für Käufer

Der Immobilienmarkt hat sich auch für Käufer gedreht – das zeigte sich zunächst in steigenden Zinsen, aber zuletzt auch in rückläufigen Immobilienpreisen. Hinzu kamen Verbesserungen bei den Fördermöglichkeiten für Familien, zuletzt z.B. im Rahmen des Wohnungsbaugipfels. Für Käufer ist es also nicht unmöglich geworden, Ihren Wunsch vom Eigenheim zu erfüllen. Was beim Preis aktuell „noch drin ist“ und von welchen Förderungen Sie profitieren können, lesen Sie jetzt.

Wohnungsbaugipfel 2023
Um den Wohnbau anzukurbeln und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wurden beim Wohnungsbaugipfel im Kanzleramt verschiedene Lösungsvorschläge diskutiert. Grundlage dafür war ein 14-Punkte-Papier, das durch die Bundesregierung vorgelegt wurde. Hier kommen 5 wichtige Ergebnisse:

1. Attraktivere Kreditbedingungen für Familien: Beim Förderprogramm der KfW wird die die Kredithöchstgrenze als auch die Grenze des jährlichen zu versteuernden Einkommens erhöht.

2. Der energieeffiziente Umbau von sanierungsbedürftigen Bestandsimmobilien und der klimafreundliche Umbau von Gewerbe- zu Wohnimmobilien soll durch KfW-Förderprogramme unterstützt werden.

3. Von einem strengeren Energieeffizienzstandard für Neubauten wird (vor allem aus Kostengründen) vorerst abgesehen.

4. Die Planung und Genehmigung von Bauvorhaben soll erleichtert und beschleunigt werden.

5. Eine flexiblere Gestaltung der Grunderwerbssteuer soll die Kaufnebenkosten reduzieren. Jedoch haben die Bundesländer hier das letzte Wort.

Immobilienförderung – so klappt es doch noch mit dem Eigenheim

Sowohl Bund, Länder als auch viele Städte unterstützen Käufer bei Ihrem Schritt in die eigenen vier Wände. In Bayern und auch speziell in Nürnberg gibt es dafür verschiedene Förderprogramme, u.a. für Familien mit geringem bis durchschnittlichem Einkommen. Im Rahmen dieser Programme gibt es zinsverbilligte Darlehen und Zuschüsse für den Bau oder den Kauf von Wohnimmobilien. Das gilt sowohl für eigengenutzte Häuser als auch Eigentumswohnungen. Auch für (energetische) Sanierungen werden Förderpakete, z.B. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geschnürt.

Sind jetzt größere Preisverhandlungen möglich?

Grundsätzlich sind Verhandlungen bei Bestandsimmobilien üblich, aber nie „einfach so“. Mögliche Ansatzpunkte sind z.B. notwendige Renovierungsmaßnahmen oder niedrigere Mieteinnahmen als ortsüblich (bei vermieteten Wohnungen) – immer vorausgesetzt, diese Punkte wurden nicht ohnehin beim Preis einkalkuliert. Je nachdem wie lange eine Immobilie schon am Markt ist und wie realistisch der Ausgangspreis ist, sind viele Eigentümer momentan offener für Preisverhandlungen. Als Käufer sollten Sie es aber auch nicht übertreiben und mit zu abwegigen Preisvorstellungen an den Verkäufer herantreten. Damit könnten Sie schnell ganz aus dem Rennen sein.

Kapitalanlage: Wie steht es um die Nachfrage nach Mietimmobilien in Nürnberg?

Der Bedarf an Mietwohnung in Nürnberg ist angesichts steigender Einwohnerzahlen ungebrochen hoch. So gehört Nürnberg zu den Großstädten in Deutschland, die noch immer einen Anstieg der Kaltmieten verzeichnen, so der Immowelt Mietkompass. In Frankfurt und München zum Beispiel sanken die Mieten im 3. Quartal 2023. Es ist jedoch zu erwarten, dass auch hier der Stopp vieler Bauprojekte die Preise am Mietmarkt weiter nach oben treibt. Gleiches gilt für Nürnberg. Für Kapitalanleger bedeutet das: Eine Investition in der Frankenmetropole macht absolut Sinn.

Fazit

Eine Immobilie zu verkaufen ist derzeit deutlich schwieriger und als noch vor wenigen Jahren. Die große Kluft zwischen finanziellen Erwartungen der Verkäufer und Finanzierungsmöglichkeiten der Käufer hat für ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gesorgt. Daneben haben stark gestiegene Baukosten den Neubaubereich stark geschwächt. Während die Lage für Neubauten weiterhin angespannt ist, zeichnen sich durch langsam sinkende Immobilienpreise bei Bestandsimmobilien, verbesserte Förderungsmöglichkeiten und sinkende Zinsen neue Chancen für Immobilienkäufer ab.

Tina Ebermann
Tina Ebermann

Geschäftsführerin

Mit-Begründerin von ImmoNürnberg – und zuständig für den Bereich Marketing (Exposés, Kundenmagazin, Website, Blog, Anzeigen etc.).

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