Im 1. Quartal 2026 zeigte sich der Nürnberger Immobilienmarkt überwiegend stabil, auch wenn der Aufwärtstrend erste Dämpfer bekommt. Während die Preise für Eigentumswohnungen in Nürnberg noch moderat steigen (+ 0,5 %), sinken die Preise für Häuser leicht ab (- 1,0 %). Höhere Bau- und Handwerkerkosten, steigende Bauzinsen nahe der 4-Prozent-Marke und eine schwächelnde Konjunktur machen sich als Erstes bei den Hauspreisen bemerkbar. Wir zeigen Ihnen, wie sich die Immobilienpreise in Nürnberg entwickelt haben, was die neuen Bodenrichtwerte und der aktuelle Grundstücksmarktbericht aussagen und wie es 2026 am Immobilienmarkt weitergeht.
Immobilienpreise in Nürnberg 2026
Die Immobilienpreise in Nürnberg haben bewegte Jahre hinter sich. Großereignisse wie die Corona-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine beeinflussten die Weltwirtschaft stark und sorgten für ein Auf und Ab am Immobilienmarkt.
Ein kurzer Rückblick, wie sich die Immobilienpreise in Nürnberg in den vergangenen Jahren entwickelt haben.
Entwicklung der Immobilienpreise in Nürnberg
- 2021: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden auch bei den Immobilienpreisen spürbar: Die Preiskurve zeigt, vor allem bei Häusern, steil nach oben. Denn die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden ist groß, das Angebot an Kaufimmobilien dagegen gering und die Zinsen für Baudarlehen sind niedrig.
- 2022: Das Jahr 2022 bringt mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine die deutliche Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt. Nachdem die Preise für Wohnungen mit 4.304 €/m² und Häuser mit 5.081 €/m² im dritten Quartal ihren Höchststand der vergangenen Jahre erreicht haben, sinken die Immobilienpreise in Nürnberg zum Jahresende erstmals stark.
- 2023: Für die Immobilienpreise in Nürnberg geht es aufgrund der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheit in 2023 weiter bergab: Eigentumswohnungen kosten in Q4 im Schnitt 9,9 % weniger, Häuser 7 % weniger als noch im Vorjahr (Q4/2022)
- 2024: Nachdem die Immobilienpreise für Wohnungen und Häuser in Nürnberg im ersten Halbjahr 2024 ihren bisherigen Tiefpunkt der letzten Jahre (3.720 €/m² für Wohnungen, 4.414€/m² für Häuser) erreicht haben, gibt es seit Mitte 2024 eine spürbare Stabilisierung am Immobilienmarkt: Die Angebotspreise steigen wieder leicht an.
- 2025: Der Immobilienmarkt verzeichnet im ersten Halbjahr erneut moderate Preissteigerungen bei Häusern und Wohnungen. Diese haben sich auch im letzten Quartal des Jahres fortgesetzt. 2026 wird immer noch ein guter Zeitpunkt für Immobilienkäufer sein.
Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Zahlen (Quelle: Immobilienscout24 und immowelt).

Eigentumswohnungen und Häuser
Bis Mitte 2022 kannte die Immobilienpreiskurve nur den Weg nach oben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen stieg im 3. Quartal 2022 auf bis zu 4.099 €. Anschließend machte sich ein deutlicher Rückgang der Preise bemerkbar. In Q2/2024 war der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf 3.482 €/m² gesunken. Im dritten und vierten Quartal 2024 sind die Preise erstmals wieder gestiegen, dieser Trend setzt sich auch in 2025 fort. Auch im ersten Quartal 2026 steigen die Kaufpreise für Wohnungen noch weiter moderat an: Eigentumswohnungen kosten mit 3.679 €/m² im Schnitt 0,5 % mehr als noch in Q4/2025.
Ein Beispiel: Für eine Wohnung mit ca. 60 m² Wohnfläche zahlten Immobilienkäufer im ersten Quartal 2025 im Durchschnitt 211.260 € – im ersten Quartal 2026 sind es 220.740 €. Das macht ein Plus von 9.480 €.

Beim Preisniveau für Häuser verhält es sich lange Zeit ähnlich. Im dritten Quartal 2024 sind die Preise für Häuser im Vergleich zum Vorquartal durchschnittlich wieder um 0,3 % auf 4.430 €/m² gestiegen, nachdem sie in Q1/2024 mit 4.414 €/m² ihren vorläufigen Tiefststand der letzten Jahre erreicht hatten. Im ersten Quartal 2026 zeigt sich nach den moderaten Preisanstiegen 2025 bei den Hauspreisen erstmals ein Dämpfer: Im Durchschnitt kosten Häuser 1 % weniger als im Vorquartal.
Ein Beispiel: Ein Haus mit ca. 130 m² Wohnfläche kostete 2025 um die Zeit durchschnittlich 552.630 €. Ein Jahr später, in Q1/2026, liegt der Preis bei 579.280 €. Das macht einen Unterschied von 26.650 €. Während der „heißen“ Immobilienphase in 2022 hätten Hauskäufer 650.130 € zahlen müssen.
Nachdem sich der Nürnberger Immobilienmarkt in 2025 erholt hatte – mit leichten Preissteigerungen sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Häusern, schlagen sich die gestiegenen Finanzierungskosten nun Anfang 2026 als Erstes bei den sinkenden Preisen für Häuser nieder.
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für Inflationsangst und viel Bewegung am Zinsmarkt: Die Bauzinsen steigen aktuell wieder. Waren sie von Mitte Januar bis Anfang März 2026 bis auf 3,55 % für ein 10-jähriges Darlehen abgesunken, liegen sie zu Beginn des zweiten Quartals bei 3,93 %. Experten für Hypothekenzinsen gehen davon aus, dass sich die Bauzinsen weiter um die 4-Prozent-Marke bewegen.
Mietpreise
Während die Kaufpreise eine Berg- und Talfahrt hinter sich haben, zeigt sich bei den Mietpreisen eine andere Entwicklung. Sowohl für Häuser als auch für Wohnungen ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis in der Vermietung seit Jahren kontinuierlich gestiegen – von 10,64 €/m² in 2022 auf aktuell 11,93 €/m² bei den Wohnungen. Das macht z. B. bei einer 85 m² großen Wohnung eine höhere Kaltmiete von rund 110 € im Monat aus. Die Mietpreise für Häuser sinken im 1. Quartal 2026 erstmals im Vergleich zum Vorjahr etwas ab – von 13,17 €/m² auf 13,03 €/m².

Im August 2024 wurde der aktuelle Mietspiegel für Nürnberg veröffentlicht. Darin sind die aktualisierten Netto-Kaltmieten enthalten – als Grundlage für Mietberechnungen und -erhöhungen. Mitte 2026 wird es wieder einen neuen Mietspiegel geben.
Für Kapitalanleger sind steigende Mieten für Wohnungen gute Nachrichten, da sie mit einer höheren Mietrendite rechnen können. Auch für Immobilienbesitzer ist die Entwicklung der Mietpreise interessant. Denn die Jahresnettokaltmiete wird bei der Wertermittlung einer Immobilie mit herangezogen. Eine höhere Jahresnettokaltmiete bedeutet in der Regel eine Steigerung des Immobilienwerts.
Immobilienkauf: Top-Stadtteile in Nürnberg
Je nach Lage variieren die Immobilienpreise stark. Gefragte Lagen liegen im oberen Bereich des Kaufpreisspektrums, während Stadtteile mit Entwicklungspotenzial meist noch günstigere Kaufpreise bieten. Die Beispiele zeigen die Unterschiede zwischen den Stadtteilen.
Gefragte Lagen
St. Johannis
Mit zahlreichen Altbauten, den historischen Hesperidengärten und dem Pegnitzgrund in der Nähe ist St. Johannis nicht nur einer der ältesten Stadtteile Nürnbergs, sondern auch einer der schönsten. Das vielfältige Gastronomie-, Kultur- und Einkaufsangebot sowie die kurzen Wege in die Altstadt und zu mehreren großen Arbeitgebern ziehen vor allem jüngere Fachkräfte in das Viertel.
- Kaufpreise Wohnungen: aktuell 3.995 €/m²; 2025: 3.962 €/m²
- Kaufpreise Häuser: aktuell 5.453 €/m²; 2025: 5.528 €/m²
Mögeldorf
Am östlichen Stadtrand von Nürnberg gelegen, verlaufen sowohl Teile der Grünanlagen des Wöhrder Sees als auch der Pegnitzauen durch den Stadtteil – ideal zum Joggen, Spazierengehen und Radfahren. Der hohe Freizeitwert (u. a. Tiergarten) ist besonders bei Familien und Berufstätigen gefragt.
- Kaufpreise Wohnungen: aktuell 3.957 €/m²; 2025: 3.924 €/m²
- Kaufpreise Häuser: aktuell 5.436 €/m²; 2025: 5.511 €/m²
Mit Entwicklungspotenzial
Eberhardshof
Ursprünglich durch Industrie geprägt, erlebt der Stadtteil Eberhardshof aktuell einen großen Wandel. Hier entsteht etwa auf dem ehemaligen Gelände des Quelle-Versandzentrums mit „The Q“ ein lebendiges Wohnviertel mit 385 Eigentumswohnungen, Supermärkten, Kita, Drogerie, Bank und Gastronomie.
Ebenfalls revitalisiert wurden bereits Teile des ehemaligen AEG-Geländes und zu Büro- und Laborflächen sowie Werkstätten für Kunst- und Kulturschaffende umgestaltet. Im Nord-Areal wird ein urbanes Wohnquartier mit dem neuen Technologiecampus der TH Nürnberg geschaffen.
- Kaufpreise Wohnungen: aktuell 3.463 €/m²; 2025: 3.434 €/m²
- Kaufpreise Häuser: aktuell 4.443 €/m²; 2025: 4.504 €/m²
Prognose für den Nürnberger Immobilienmarkt
In diesem Jahr erwarten wir in Nürnberg weiterhin einen selektiven Immobilienmarkt. Richtig eingewertete Immobilien mit guter Qualität werden verkauft, während austauschbare oder modernisierungsbedürftige Objekte stärker unter Rechtfertigungsdruck geraten. Das heißt, bei diesen Objekten muss mit einer deutlich längeren Stehzeit am Markt gerechnet werden.
Käufer bleiben wegen hoher Finanzierungskosten, Energiefragen und Sanierungskosten vorsichtig bis zurückhaltend. Dadurch entscheidet vor allem Preisrealismus, Zustand und klare Positionierung der Immobilie über den Verkaufserfolg.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Kauf?
Es ist aktuell auf jeden Fall ein guter Zeitpunkt für den Immobilienkauf. Es gibt ein breites Angebot an Immobilien und die potentiellen Käufer haben gute Chancen, den Preis zu verhandeln – vor allem bei sanierungsbedürftigen Wohnungen und Häusern.
>> Jetzt lesen: 4 Gründe, warum aktuell ein guter Zeitpunkt ist, eine Wohnung in Nürnberg zu kaufen
Grundstücksmarktbericht Nürnberg
Einen genaueren Überblick zu den Immobilienpreisen und -entwicklungen in Nürnberg liefert der jährliche Grundstücksmarktbericht der Stadt Nürnberg: Auf Grundlage aller registrierten Kaufverträge in Nürnberg ermittelt hierfür der Gutachterausschuss der Stadt statistische Daten zur Preisentwicklung sowie der Anzahl der getätigten Immobilien- und Grundstücksverkäufe. Das sind einige der Erkenntnisse aus 2020-2024.
Der Nürnberger Immobilienmarkt hat sich im Jahr 2024 erholt: Das zeigen nicht nur steigende Verkaufszahlen, sondern auch ein deutlich höherer Geldumsatz. Im letzten Jahr wurden 4.610 Grundstücke, Häuser und Wohnungen verkauft – 2023 gab es nur 3.575 Transaktionen. Der Geldumsatz stieg von 1,7 Milliarden Euro auf rund 2,3 Milliarden Euro erheblich an. Auch wenn Verkäufe und Umsatz trotzdem noch weit hinter den langjährigen Höchstwerten liegen, sind das sehr positive Entwicklungen für den Immobilienmarkt in Nürnberg.
Zwei Drittel des Umsatzes machte der Wohnimmobilienmarkt aus. Eigentumswohnungen wurden am meisten verkauft (3.205) – dabei handelte es sich bei den meisten um Bestandsimmobilien (2.588). Die Verkäufe von Neubauten – Eigentumswohnungen wie Häuser – stiegen zwar leicht an, bewegen sich aber immer noch auf niedrigem Niveau.
So haben sich die Preise für Immobilien entwickelt: Bei den Wohnungen sind Bestandsimmobilien leicht teurer geworden, Neubauwohnungen zeigen sich stabil. Die Preise für Einfamilienhäuser (minus 2 %), Doppelhäuser und Reihenhäuser (minus 4 %) sind moderat zurückgegangen. Mehrfamilienhäuser sind 5 % teurer geworden.

Mit 1,7 Mio. Euro lag der Jahresumsatz in 2023 für den Verkauf von Grundstücken und Immobilien weit unterhalb von 2022 mit rund 2,7 Mio. Euro. Vor allem der Teilmarkt der Neubau-Immobilien ist weiterhin von dem Rückgang betroffen, was sich auch auf die Nachfrage nach unbebauten baureifen Wohnbaugrundstücke negativ ausgewirkt hat.
Insgesamt wurden 3.513 Beurkundungen vermerkt – das macht ein Minus von knapp 17 % im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem der Anstieg der Zinsen ab Mitte 2022 verursachte in den Folgemonaten und in der ersten Jahreshälfte 2023 für Zurückhaltung bei den Käufern. Das spiegelte sich auch in den Immobilienpreisen wieder, die statt – wie in den Vorjahren nach oben – jetzt nach unten gingen. Selbst in gefragten Lagen wie St. Johannis, Maxfeld oder Wöhrd sind die Quadratmeterpreise bei Bestandsimmobilien gesunken. Diese gesamte Entwicklung schlägt sich auch in den neuen Bodenrichtwerten 2024 für Nürnberg nieder.

Mit dem gestiegenen Zinsniveau in 2022 hat sich auch der Immobilienmarkt verändert: Der Jahresumsatz ist zwar mit rund 2,7 Mio. EUR stabil geblieben, jedoch wurden mit insgesamt 4.232 Beurkundungen deutlich weniger Immobilien und Grundstücke verkauft als im Vorjahr (5.287). Den stärksten Einbruch gab es im Neubaubereich: Wurden 2021 noch 1.006 Neubauten verkauft, lag die Zahl in 2022 lediglich bei 392.
Auch die Preise haben sich mit der erschwerten Zinspolitik angepasst. Während in den vergangenen Jahren die Preiskurve stark nach oben ging, waren in 2022 nur leichte Preisanstiege zu verzeichnen – und das eher im 1. Halbjahr. Die Preise für unbebaute, baureife Grundstücke (für Neubau mit Ein- und Zweifamilienhäusern) sind im Jahresdurchschnitt um ca. 4% gestiegen. Bei Einfamilienhäusern gingen die Preise um +6% nach oben. Abhängig von Lage, Zustand und Ausstattung zahlten Käufer zwischen 410.000 EUR und 1.3 Mio. EUR. Auch die Preise von Reihen – und Doppelhäusern sind über das Jahr gesehen gestiegen (+9%). Im Durchschnitt kosteten diese Häuser 560.000 EUR (Neubau: 730.000 EUR).
Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich bei Neubau um +4 und bei Bestandsimmobilien um +5 Prozent erhöht. Jedoch ist zu erkennen, dass insbesondere die Preise für Bestandsimmobilien zum Ende des Jahres sanken. Insgesamt ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen leicht gesunken – vor allem, weil weniger hochpreisige Neubauten verkauft worden sind. Dieser Trend dürfte sich bei der anhaltenden Zinspolitik auch in 2023 weiter fortsetzen. Hinzukommen Unsicherheiten und Zurückhaltung vor dem Kauf vor dem Hintergrund des neuen Heizungsgesetzes.

2021 hat der Gutachterausschuss der Stadt Nürnberg insgesamt 5.261 Urkunden von Grundstücks-, Haus- und Wohnungsverkäufen ausgewertet. Das Ergebnis: Die Preise sind noch einmal deutlich nach oben gegangen. Bei den Eigentumswohnungen (Neubau und Bestand ab 1946) stiegen die Preise um 12%. Abhängig von Wohnlage, Zustand und Ausstattung lag der Quadratmeterpreis bei Bestandsimmobilien zwischen 1.500 und 6.500 EUR.
Im Neubaubereich wurden zwischen 4.400 EUR und 7.900 EUR aufgerufen. Bei einem großen Teil der Neubauwohnungen (395 von 1.001) handelte es sich um 1-Zimmer-Apartments. Der Gutachterausschuss spricht vom höchsten Wert „seit mindestens zwei Jahrzehnten“.
Im begehrten Häusermarkt gab es ebenfalls Preissteigerungen: Bei freistehenden Häusern um 16%, bei Reihen- und Doppelhäusern um 12%. In sehr guten Lagen mussten Käufer für ein Reihen- oder Doppelhaus durchschnittlich 670.000 EUR zahlen, für ein freistehendes Haus durchschnittlich 1,5 Mio. EUR.
Unbebaute Grundstücke für die Neubebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern wurden um 16% im Vergleich zum Vorjahr teurer.

„Auch im Jahr 2020 sind die Immobilienpreise in Nürnberg in fast allen Teilmärkten deutlich gestiegen. Die Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen mit bis zweigeschossiger Bauweise erreichten mit plus 25% in zwei Jahren den größten Zuwachs“ – so das Fazit von Frank Seidler, dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses der Stadt Nürnberg. Damit bestätigt er die anhaltende Tendenz nach oben.
Das geht aus den 4.722 Kaufverträgen von Grundstücken, Häusern und Wohnungen hervor, die 2020 (4.984 in 2019, 4.898 in 2018) ausgewertet worden sind. In Nürnberg sind es vor allem Wohnungen, die verkauft werden. Hier stiegen die Preise laut Gutachterausschuss um 7% beim Neubau und um 11% bei Bestandsimmobilien. Dieses Segment macht auch den großen Teil der Verkäufe aus. Bei den Doppel- und Reihenhäusern seien die Preise um 9% gestiegen, bei freistehenden Häusern um 11%.
Abhängig von Lage, Größe und Ausstattung lagen die Kaufpreise für Reihen- und Doppelhäuser (Bestand) zwischen 360.000 EUR und 750.000 EUR, bei Einfamilienhäusern lag die Preisspanne zwischen 450.000 EUR und 1,5 Mio. EUR – so der Gutachterausschuss. Für alle, die selbst bauen wollten: Auch die Preise für baureife Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen um 12% im Vergleich zum Vorjahr.
Immobilienverkauf (un)möglich? Das sollten Eigentümer jetzt beachten
Die heutigen Immobilienkäufer sehen sich einem großen Angebot gegenüber und haben weniger Entscheidungsdruck. Die Vermarktungszeiten haben sich dadurch verlängert und die Interessenten sind deutlich kritischer und damit auch schneller bei einem „Nein“ zur Immobilie, wenn nicht alles passt. Der Markt hat sich vom Verkäufer- zum Käufermarkt gedreht.
Ist daher überhaupt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf? Ja, denn ein angespannter Markt bedeutet nicht, dass ein Verkauf unmöglich ist. Mit der richtigen Vorbereitung und einer realistischen Sicht auf den Markt ist das auch weiterhin realisierbar. Diese 3 Punkte sind dabei entscheidend.
Preisübertreibungen adieu – auf den richtigen Verkaufspreis kommt es an
Vor dem großen Umschwung am Immobilienmarkt konnte man – etwas überzogen dargestellt – alles für jeden Preis verkaufen. Das funktioniert spätestens jetzt nicht mehr. Selbst wenn man sich am greifbar ermittelten Verkehrswert einer Immobilie orientiert, ist es oftmals schon nicht leicht, einen Käufer zu finden. Das gilt für Eigennutzer wie für Kapitalanleger. Bei Investoren waren die Renditeerwartungen während der Niedrigzinsphase relativ entspannt: Bei Neubau waren 2% – 2,5% normal, bei Bestandsimmobilien 3% – 3,5%. Mittlerweile ist die Renditeerwartung stark angestiegen und bewegt sich deutlich jenseits der 4%. Im Umkehrschluss sinken dadurch die erzielbaren Verkaufspreise bei Kapitalanlageimmobilien.
Natürlich verstehen wir, dass Sie beim Verkauf ungern Abstriche machen möchten. Aber derzeit lassen sich keine Immobilienpreise wie vor 3 Jahren erzielen. Daher gilt:
- Steigen Sie nicht zu hoch ein: Das schreckt potenzielle Käufer ab und wenn Sie den Preis nach ein paar Monaten ändern, öffnet das die Türen für weitere Preisverhandlungen. Käufer beobachten nämlich den Markt genau.
- Starten Sie nicht zu niedrig: Das ist zu Ihrem Nachteil und kann ebenfalls abschreckend auf Interessenten wirken, da sie automatisch von einem Haken ausgehen.
Um den Verkaufspreis richtig einzuschätzen, haben Sie 3 Optionen:
Entweder Sie versuchen es auf eigene Faust und orientieren sich beim Preis an vergleichbaren Immobilien am Markt, Sie nutzen eines der vielen Online-Bewertungstools oder Sie lassen einen Experten (z.B. Makler, Gutachter) eine Wertermittlung erstellen. Das Gute daran ist: Eine Einschätzung vom Immobilienprofi ist in der Regel kostenfrei und verpflichtet nicht zur Beauftragung des Maklers. Eine Kontaktaufnahme kann also nicht schaden. Im Gegenteil: Es gibt Ihnen mehr Sicherheit beim Preis – und Sie können auch danach noch entscheiden, ob Sie mit oder ohne Makler verkaufen wollen.
Gut zu wissen
Eine Analyse von Immowelt zeigt, dass z.B. eine offene Küche, ein Balkon bzw. eine Terrasse und eine separate Gäste-Toilette gefragt sind – und damit höhere Preise erzielt werden können. Auch besondere Wohnformen wie Lofts oder Penthäuser sind angesagt und liegen preislich höher als andere Wohnungen. Doch nicht nur Faktoren, die die Wohnqualität beeinflussen, sondern auch die Energiebilanz hat einen starken Einfluss auf den Wert der Immobilie. So kosten deutschlandweit Häuser mit der besten Energieeffizienzklasse (A+) im Schnitt knapp 16 % mehr als Häuser mit einer mittleren Energieklasse (D). Im Vergleich zur niedrigsten Klasse (H) werden sogar 30 % höhere Preise erzielt. Für Wohnungen liegt zwischen Immobilien der Klasse A+ und der Klasse D ein Preisunterschied von knapp 23 %. Die Gesamtspanne der preislichen Abweichungen (Klasse A+ bis H) zeigt sich hier mit knapp 27 % etwas niedriger als bei Häusern.
Kein 08/15 mehr – eine ansprechende Vermarktung ist gefragt
Wie Sie oder Ihr Makler die Immobilie präsentieren, ist ein weiterer wichtiger Baustein eines erfolgreichen Verkaufs. Denn gerade, wenn das Angebot hoch und die Nachfrage geringer ist, sollte Ihr Angebot positiv in den Immobilienportalen herausstechen.
- Gute Immobilienfotos sind ein Muss.
- Beschreiben Sie in den Anzeigen die Immobilie (Ausstattung, Besonderheiten, Grundriss etc.), Lage und Infrastruktur genau.
- Mehr hilft mehr: Ihr Immobilienangebot sollte in möglichst vielen Immobilienportalen (u.a. Immowelt, Immobilienscout24, Kleinanzeigen) auftauchen; auch Zeitungsanzeigen oder ein Schild an der Immobilie sind eine Option. Wie oft kommen Käufer oder Tippgeber aus der eigenen Nachbarschaft?
Gehen Sie bei der Erstellung der Anzeige oder des Exposés am besten von sich aus: Was würde Sie an einer Immobilie interessieren? Was wäre Ihnen in einer Anzeige besonders wichtig? Sehen Sie sich ruhig auch andere Immobilienangebote an, um ein Gefühl für Fotos und Informationen zu bekommen.

Gute Vorbereitung ist alles – und Flexibilität bei (Preis-)Verhandlungen
Viele Kaufinteressenten können sich aufgrund des höheren Zinsniveaus und verschärfter Kreditrichtlinien momentan nur schwer Wohneigentum leisten. Darauf haben Sie als Verkäufer natürlich keinen Einfluss, aber Sie sollten sich dessen bewusst sein. Der Verkauf kann dadurch sehr viel länger dauern oder aufgrund einer abgelehnten Finanzierung auch auf der Zielgeraden fehlschlagen.
- Haben Sie daher Geduld.
- Seien Sie flexibel, wenn es um (Preis-)Verhandlungen geht. Wenn Sie das Gefühl haben, den richtigen Käufer gefunden zu haben, können Sie ihm ruhig in einem für Sie sinnvollen Rahmen preislich entgegenkommen.
- Bereiten Sie für die Bank notwendige Unterlagen vor, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Dazu gehört u.a. eine Baubeschreibung, ein bemaßter Grundriss, eine Wohnflächenberechnung, der Energieausweis und bei Eigentumswohnungen z.B. die Teilungserklärung.
Auch wenn es weniger Immobiliendarlehen gibt, sind die Bearbeitungszeiten bei den Banken gefühlt deutlich länger geworden. Wo man früher nach 2-3 Wochen schon eine Rückmeldung hatte, wartet man jetzt zum Teil schon 6-8 Wochen. Und es werden auch mehr Unterlagen eingefordert und tatsächliche Bankbesichtigungen in der Immobilie durchgeführt. Alles nicht verkehrt, da es der Sicherheit dient, aber es verzögert den Ablauf merklich.
Wie lange dauert es aktuell, eine Immobilie zu verkaufen?
Das kommt darauf an. Die Dauer des Verkaufs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie ist die Lage der Immobilie? Um welche Art der Immobilie handelt es sich (z.B. Einfamilienhaus, Reihenhaus, Studentenapartment, 4-Zimmer-Wohnung) – und ist die gerade gefragt? In welchem Zustand ist die Immobilie? Wie ist sie ausgestattet?
Im Schnitt sollten Sie für den Verkauf einer Immobilie 3 – 9 Monate einplanen. Doch je schwieriger die Marktlage, umso länger kann der Verkauf dauern.
Mit oder ohne Makler – was ist momentan besser?
Das liegt nach wie vor ganz bei Ihnen. Fragen Sie sich einfach: Bin ich bereit meine Zeit (und vor allem meine Nerven) in den Verkauf zu investieren? Oder greife ich bei Preisfindung, Vermarktung und Verhandlungen auf die Expertise eines Maklers zurück? Schnell kann der Aufwand, der hinter einem Privatverkauf steckt, zu viel werden. Und spätestens, wenn am Wochenende mehrfach das Telefon klingelt, Sie bei Besichtigungen versetzt werden oder wichtige Unterlagen für den Verkauf fehlen, wird es nervenaufreibend.
In unserer Infografik sehen Sie, welche To-do’s mit dem Verkauf einhergehen und welcher Aufwand im Schnitt dahintersteckt. Doch wie heißt es so schön: Unverhofft kommt oft. Wasserschaden in der leeren Wohnung? Fehlende Bauakten? Fragwürdige Eintragungen im Grundbuch? Das sind nur einige Beispiele aus unserem Arbeitsalltag. Als Immobilienprofi federn wir das für Sie ab.

LESENSWERT
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Welche Fristen muss ich beim Wohnungsverkauf einhalten?
Kann man eine vermietete Wohnung verkaufen?
Immobilienkauf – neue Bedingungen für Käufer
Der Immobilienmarkt hat sich auch für Käufer gedreht – trotz wieder steigender Zinsen und etwas verteuerter Immobilienpreise ist aktuell ein guter Zeitpunkt für den Immobilienkauf. Hinzu kamen Verbesserungen bei den Fördermöglichkeiten für Familien, z. B. durch das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ für Bestandsimmobilien, die energetisch saniert werden. Für Käufer ist es also nicht unmöglich geworden, Ihren Wunsch vom Eigenheim zu erfüllen. Mit der neuen Regierungsbildung sind auch im Immobilienbereich Veränderungen geplant: Es könnte sein, dass neue Fördermöglichkeiten geschaffen oder alte angepasst werden – wir informieren Sie rechtzeitig. Was beim Preis aktuell „noch drin ist“ und von welchen Förderungen Sie profitieren können, lesen Sie jetzt.
Immobilienförderung – so klappt es doch noch mit dem Eigenheim
Sowohl Bund, Länder als auch viele Städte unterstützen Käufer bei Ihrem Schritt in die eigenen vier Wände. In Bayern und auch speziell in Nürnberg gibt es dafür verschiedene Förderprogramme, u.a. für Familien mit geringem bis durchschnittlichem Einkommen. Im Rahmen dieser Programme gibt es zinsverbilligte Darlehen und Zuschüsse für den Bau oder den Kauf von Wohnimmobilien. Das gilt sowohl für eigengenutzte Häuser als auch Eigentumswohnungen. Auch für (energetische) Sanierungen werden Förderpakete, z.B. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geschnürt.
Sind jetzt größere Preisverhandlungen möglich?
Grundsätzlich sind Verhandlungen bei Bestandsimmobilien üblich, aber nie „einfach so“. Mögliche Ansatzpunkte sind z.B. notwendige Renovierungsmaßnahmen oder niedrigere Mieteinnahmen als ortsüblich (bei vermieteten Wohnungen) – immer vorausgesetzt, diese Punkte wurden nicht ohnehin beim Preis einkalkuliert. Je nachdem, wie lange eine Immobilie schon am Markt ist und wie realistisch der Ausgangspreis ist, sind viele Eigentümer momentan offener für Preisverhandlungen. Als Käufer sollten Sie es aber auch nicht übertreiben und mit zu abwegigen Preisvorstellungen an den Verkäufer herantreten. Damit könnten Sie schnell ganz aus dem Rennen sein.
Kapitalanlage: Wie steht es um die Nachfrage nach Mietimmobilien in Nürnberg?
Der Bedarf an Mietwohnungen in Nürnberg ist angesichts steigender Einwohnerzahlen ungebrochen hoch. So gehört Nürnberg zu den Großstädten in Deutschland, die noch immer einen Anstieg der Kaltmieten verzeichnen, so der Immowelt Mietkompass. Es ist zudem zu erwarten, dass der Verzug vieler Bauprojekte bzw. die Zurückhaltung beim Bau neuer Wohnungen die Preise am Mietmarkt weiter nach oben treibt. Für Kapitalanleger bedeutet das: Eine Investition in der Frankenmetropole macht absolut Sinn.
Fazit
Die Angebotspreise für Wohnungen haben sich im ersten Quartal 2026 weiter etwas verteuert, während die Hauspreise leicht gesunken sind. Eigentumswohnungen kosten 0,5 % mehr als im Vorquartal, Häuser 1 % weniger. Die Bauzinsen liegen zu Beginn des zweiten Quartals 2026 bei rund 3,95 %. Der Zeitpunkt für den Kauf einer Immobilie ist momentan weiterhin gut. Wer jetzt die passende Immobile für sich selbst oder als Kapitalanlage findet, kann guten Gewissens kaufen – der Immobilienmarkt in Nürnberg ist aktuell noch stabil.



So erkennen Sie einen guten Immobilienmakler in Nürnberg.



